Ihr Stundensatz muss Ihr gewünschtes Nettoeinkommen, Steuern, Fixkosten und nicht abrechenbare Stunden abdecken. Die Formel unten ist ein praktischer Start — kein Ersatz für Steuerberatung.
Formel
Gewünschtes Nettoeinkommen + Steuern + Fixkosten + Urlaub = Umsatzziel. Teilen Sie das durch Ihre abrechenbaren Stunden pro Jahr.
Beispiel
Ziel: 40.000 € netto, ~30 % Steuern, 5.000 € Fixkosten und 1.400 abrechenbare Stunden? Dann ergeben sich mindestens etwa 73 € pro Stunde (zzgl. USt./BTW).
Nicht vergessen
Berücksichtigen Sie Rente, Berufsunfähigkeitsversicherung (AOV), Krankheit, Akquise und Verwaltung (10–20 % Ihrer Zeit). Geben Sie Ihren Satz zzgl. USt. an; BTW wird separat auf der Rechnung ausgewiesen.
Marktcheck
Vergleichen Sie Ihren Satz mit Kollegen über LinkedIn, Branchenverbände und Plattformen — und passen Sie an Erfahrung, Nische und Auftraggebertyp an.
Was Sie in Ihre Kosten einrechnen
Neben Ihrem Wunscheinkommen zählen betriebliche Kosten: Versicherungen, Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsschutz, Hard- und Software, ein eventueller Arbeitsplatz und Ihr Buchhalter. Ohne diese Posten wirkt Ihr Satz höher, als er tatsächlich einbringt.
Warum abrechenbare Stunden wichtiger sind als Arbeitsstunden
Viele Stunden lassen sich nicht abrechnen: Angebote, Verwaltung, Akquise und Weiterbildung. Rechnen Sie mit 40 Stunden pro Woche statt mit den tatsächlich abgerechneten Stunden, landen Sie zu niedrig.
Prüfen Sie Ihren Satz am Markt
Ein errechneter Satz muss auch zum Markt passen. Vergleichen Sie mit Kolleginnen und Kollegen Ihres Fachs und Ihrer Erfahrungsstufe. Liegt Ihr Mindestsatz über dem, was Kunden zahlen, prüfen Sie Kosten, Spezialisierung oder ein anderes Preismodell wie einen Festpreis pro Projekt.
Häufig gestellte Fragen
Sollte ich meinen Satz jedes Jahr erhöhen?
Es ist sinnvoll, den Satz regelmäßig zu überprüfen, etwa jährlich, und Inflation sowie wachsende Erfahrung zu berücksichtigen. Kündigen Sie Erhöhungen bestehenden Kunden rechtzeitig an.
Berechne ich meinen Satz inklusive oder exklusive MwSt.?
Immer exklusive MwSt. Die MwSt. kommt auf der Rechnung obendrauf und wird an die Steuerbehörde abgeführt, ist also kein Einkommen.
Ist ein Projektfestpreis besser als ein Stundensatz?
Das hängt vom Auftrag ab. Ein Stundensatz ist fair bei unklarem Umfang, ein Festpreis belohnt Effizienz, erfordert aber einen klar abgegrenzten Leistungsumfang.
Wie viele abrechenbare Stunden sind realistisch?
Das ist je nach Beruf und Jahr verschieden. Viele Selbständige liegen niedriger als erwartet. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen des Vorjahres und nutzen Sie den Tarifrechner als Ausgangspunkt.